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„You’ll Never Walk Alone“ erweicht sogar das Herz des härtesten Fan. Die Geschichte eines Liedes, dass ursprünglich gar nichts mit dem Fußball am Hut hatte.

Die Story basierte auf dem ungarischen Theaterstück Liliom von Ferenc Molnár, das 1930 von US-Regisseur Frank Borzage und 1934 von Fritz Lang verfilmt wurde. Dessen Version kam ein Jahr später ebenfalls in die amerikanischen Kinos, nachdem der deutsche Filmemacher in die USA emigrierte.

Komponist Rodgers und Texter Hammerstein, die Molnár während der Proben in New York begegneten, verlegten die Liliom -Handlung aus dem Budapest des Jahres 1909 an die Küste von Maine und verpassten dem sozialkritischen Drama ein hoffnungsvolles Ende. Carousel war ein großer Erfolg und lief in New York über zwei Jahre lang vor ausverkauftem Haus.

Rodgers und Hammerstein, waren jeder für sich bereits bekannte Musical-Autoren, als ihre Zusammenarbeit 1943 begann, weil sich Rodgers‘ bisheriger Librettist Lorenz Hart zu Tode getrunken hatte. Gleich das erste Projekt Oklahoma! war ein Welterfolg. Bis zu Hammersteins Tod 1960 folgten außer Carousel noch die Musicals The King and I , South Pacific und The Sound of Music.

1956 kam Carousel ins Kino. Verglichen mit den anderen Rodgers/ Hammerstein-Verfilmungen floppte der Streifen, weil die Amerikaner die Story zu negativ fanden. Auch die rührende Szene, in der die Cousine Nettie die völlig aufgelöste Julie am Leichnam ihres Mannes mit „You’ll Never Walk Alone“ tröstet, konnte nichts am Misserfolg ändern. Der Soundtrack der Verfilmung dagegen war ein landesweiter Hit und machte den Song so bekannt, dass sich allmählich auch die amerikanischen Pop- und Jazzmusiker für ihn zu interessieren begannen.

Der Weg nach Europa

So versuchten sich Frank Sinatra, Judy Garland, Ray Charles, Shirley Bassey, Barbara Streisand, Johnny Cash, Aretha Franklin, Bob Dylan, Slade, Eric Clapton und Paul McCartney haben in der Folge allesamt das Lied gecovert, doch der Erfolg hielt sich für alle Beteiligen in Grenzen.

Fans der Reds und Celtic diskutieren heute noch darüber wer „You’ll Never Walk Alone“ für sich beanspruchen darf bzw. wer es als erstes im Stadion gesungen hat. Fakt ist allerdings, dass die von Gerry Marsden gegründete Liverpooler Band „Gerry and the Pacemakers“ am 2. Juli 1963 die erste Coverversion des Songs veröffentlichte.

Der exakte Geburtsstunde des Liedes lässt sich nicht eruieren. Eine Legende besagt, dass an einem unbekannten Spieltag die Lautsprecheranlage ausgefallen war – Fans hätten den Song anschließend einfach weitergesungen. Fans adaptieren das Lied daraufhin und es wurde von nun an vor jedem Heimspiel der Reds geschlossen angestimmt – ohne Vorsänger. Die Hymne war ab diesem Zeitpunkt der legendären und größten Stehplatztribüne Europas „Kop“ vorbehalten. „You’ll Never Walk Alone“ wurde zu einem weltweiten Nummer-eins-Hit.

Mehr als nur eine Vereinshymne

Was danach folgte sollte die Fußballgeschichte auf den Rängen für immer verändern. Als 11. Mai 1985 beim Brand einer Tribüne im Stadion des Bradford FC kamen 56 Menschen ums Leben, Marsden nahm daraufhin den Song erneut auf und schaffte es mit der Benefiz-Single erneut an die Spitze der Charts. Der Elös ging an die Hinterbliebenen der Todesopfer.

Vier Jahre später, am 15. April 1989 wo bei der Hillsborough-Katastrophe 96 Liverpool-Fans zu Tode gequetscht und 766 verletzt wurden, suchte man einmal mehr nach einem Lied, um Hilfsgelder zu sammeln. Marsden, in Begleitung von Paul McCartney, Holly Johnson und anderen Künstlern, sangen den vom ihm 1964 veröffentlichten Song „Ferry Cross the Mersey“ noch einmal – er landete wieder, aber auch zum letzten Mal auf Platz eins der Charts.  Auch „You’ll Never Walk Alone“ wurde einmal mehr zur globalen Fußballhymne – sowie beim FA-Cup-Finale am 20. Mai 1989 zwischen Liverpool und Everton.

In der Zeit beschloss auch Liverpool den Songtitel in sein Vereinswappen zu integrieren, schließlich waren alle 96 Todesopfer Fans der Reds gewesen. Das Lied wurde darüber hinaus auch synonym mit der verarmten Hafenstadt an der Merseyside assoziiert. So verspotteten unter dem damaligen Thatcher-Regime Gästefans aus London die Einheimischen mit Slogans wie „You’ll never find a job“.

„You’ll Never Walk Alone“ ist auch fester Bestandteil der jährlichen Hillsborough-Gedenkveranstaltung an der Anfield Road, wo zum Ende die Hymne immer angestimmt wird. Die schönste Version gab es wohl am 26. April 2016 in Warrington, wo nach 27 langen Jahren die Wahrheit letzlich gesiegt hatte. Einen Tag später, sang eine ganze Stadt geschlossen.

Heute zählt „YNWA“ als Universalhymne. Die Hymne hat inzwischen viele Nachahmer gefunden und wird in vielen europäischen Stadien gespielt, auch auf vielen Merchandise Produkten ist der Welthit fester Bestandteil – doch gesanglich, als auch optisch ist und bleibt das Original in Anfield.

When you walk through a storm, hold your head up high
And don’t be afraid of the dark
At the end of the storm, there’s a golden sky
And the sweet, silver song of a lark
Walk on through the wind
Walk on through the rain
Though your dreams be tossed and blown
Walk on, walk on
With hope in your hearts
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone
Walk on, walk on
With hope in your hearts
And you’ll never walk alone
You’ll never walk alone

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