Wie schon 2019 muss sich Liverpool mit nur einem Punkt Rückstand mit der Vizemeisterschaft hinter Meister Manchester City begnügen. Ein 3:1-Heimsieg gegen die Wolverhampton Wanderers am letzten Spieltag reichte nicht.

„Das war ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt“, sagte Liverpool-Coach Jürgen Klopp im Anschluss und richtete den Blick auf das Finale der Champions League. „Wir müssen im Finale schon ein bisschen besser spielen, als wir es gegen die Wolves getan haben“, warnte der 54-Jährige vor dem Aufeinandertreffen im Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid.

Enttäuschung als Motivation nutzen

„Bis dahin werden wir die Enttäuschung nicht mehr fühlen. Und wenn doch, dann werden wir sie nutzen.“ Klopp spielt damit auf die Szenen im benachbarten Manchester an, wo City gegen Aston Villa 0:2 in Rückstand geriet, ehe die Gastgeber das Spiel in nur fünf Minuten drehten und somit die Meisterschaft sicherten.

„Wir sind enttäuscht, wir waren schon mal in dieser Situation, und das ist hart“, sagte Liverpool-Kapitän Jordan Henderson im Interview mit Sky Sports. Schon in der Spielzeit 2018/19 war er mit seinem Team nur einen Punkt hinter City gelandet. „Wir haben es geschafft, die drei Punkte zu holen, aber leider war das nicht genug.“

Früher Rückstand

Die Partie in Anfield begann mit einem Schock für die die Reds, als Pedro Neto bereits in der dritten Spielminute für die Wolves traf. Die Reds, anfangs ohne den zuletzt angeschlagenen Mo Salah, wirkten daraufhin etwas nervös, waren aber die spielbestimmende Mannschaft und kamen durch Sadio Mané (24.) zum verdienten Ausgleich.

Kurz nach Beginn der zweiten Hälfte traf Mané erneut für Liverpool, doch das Tor zählte wegen einer Abseitsstellung nicht. Klopp, der immer wieder nervös an der Seitenlinie gestikulierte, brachte nach einer knappen Stunde Salah für Diogo Jota. Für Jubel sorgte wieder der Zwischenstand aus Manchester, wo Ex-Red Philippe Coutinho (69.) für Villa traf. Der Brasilianer hatte von 2013 bis 2018 für Liverpool gespielt.

Gündogan als Partycrasher

Doch die Freude währte nicht lange. Ein Doppelpack durch Joker Ilkay Gündogan (76./81.) und Rodri (78.) machte die vermeintliche Meisterschaftsparty zunichte. Die Tore von Salah (84.) und Andy Robertson (89.) waren letzlicht wertlos. Trotzdem blieben die Fans noch bis lange nach dem Abpfiff und feierten ihre Mannschaft für eine überragende Premier-League-Saison.

Damit ging eins der spannendsten Titelrennen in England seit Jahren zu Ende. Noch im Februar hatte Liverpool zwölf Punkte Rückstand auf City gehabt, das zu diesem Zeitpunkt allerdings zwei Spiele mehr absolviert hatte als der Dauerrivale. Im Schlussspurt trennte die beiden Teams, die im direkten Liga-Duell zweimal 2:2 gespielt hatten, nur noch ein Punkt. Das eine oder andere Unterschieden war für die Klopp-Mannen leider eines zu viel.

Triple möglich

Trotz der bitteren Vizemeisterschaft ist ein historischer und krönender Saisonabschluss weiterhin möglich. Nach dem Gewinn des Ligapokals und den FA Cups, womit Klopp nun jeden Titel in England gewonnen hat, greifen die Reds am kommenden Samstag in Paris nach dem dritten Titel der Saison.