Wembley Calling: Liverpool winkt am heutigen Sonntag (17.30 Uhr/live auf DAZN) der erste Titel seit Juli 2020, aber der Finalgegner ist kein Geringerer als Chelsea. Für LFC-Cheftrainer Jürgen Kloppp wäre der Gewinn des Ligapokals sein fünfter Streich seit seiner Ankunft im Jahr 2015.

Erstmals seit 2016 stehen die Reds wieder im Endspiel des Ligapokals (Carabao Cup). Damals musste sich Liverpool nach Verlängerung im Elfmeterschießen (1:1 n. V. / 3:1 i. E.) Manchester City geschlagen geben.

Sowohl Klopp als auch Trainerkollege Thomas Tuchel haben den Titel noch nie gewinnen können. Auch wenn der Ligapokal von der Bedeutung her deutlich im Schatten des FA Cups steht, ist eine weitere „Silverware“ letztlich ein Titel für die Vereinshistorie und der 66. insgesamt. Dementsprechend schicken die beiden deutschen Übungsleiter ihre beste Elf auf den Platz.

Die beiden Mannschaften haben im Laufe der Jahre einige denkwürdige „Fights“ erlebt – unter anderem das das 4:4-Unentschieden an der Stamford Bridge im Viertelfinale der Champions League 2008/09.

In der Premier League waren die Begegnungen etwas weniger packend: Ein 1:1-Unentschieden zu Saisonbeginn in Anfield sowie ein hochklassiges 2:2 an der Stamford Bridge im vergangenen Jänner.

Druck bei Liverpool

Wer wird am Sonntagabend also das eine oder andere Prozent mehr abrufen? Wer braucht an dieser Stelle mehr eine Trophäe? Welche Spieler müssen nachlegen oder könnten sich als entscheidend erweisen? Als amtierender FIFA-Klub-Weltmeister mangelt es Chelsea jedenfalls nicht an Selbstvertrauen.

Den zweiten Titel schnappten sich die Londoner Mitte Februar, als der Champions-League-Sieger in Abu Dhabi den brasilianischen Copa-Libertadores-Gewinner SE Palmeiras aus Sao Paulo mit 2:1 (1:1, 0:0) nach Verlängerung bezwang.

Da Chelsea in der laufenden Spielzeit bereits zwei Titel (UEFA-Superpokal) gewinnen konnte, lastet der Druck sicherlich mehr auf den Schultern Liverpools. Bei einem Triumph würden die Reds dieses Ungleichgewicht etwas beheben und gleichzeitig die Chance auf ein mögliches Quadruple am Leben erhalten (Premier League, Champions League, FA Cup und Ligapokal).

Klopp führt Duell an

Die „Blues“ spielen im Meisterschaftsrennen im englischen Oberhaus keine Rolle mehr. Dennoch würde ein Erfolg Chelseas die Trophäenserie von Tuchel seit seinem Amtsantritt im Januar 2021 auf vier ausbauen – ein offensichtlicher Ansporn für den deutschen Taktiker.

Aber vereinsübergreifend führt Klopp das Trainerduell deutlich an. In 17 Spielen ging Klopp neunmal als Sieger vom Platz – lediglich dreimal musste er sich der 54-Jährige dem 48-Jährigen Tuchel geschlagen geben. So oder so, auch im „Mickey Mouse Cup“ wird der Blutdruck der Fans ins Unermessliche schießen.

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Klopp kann glücklicherweise fast aus dem Vollen schöpfen. Dabei kann er unter anderem auf seine Schlüsselspieler wie Virgil van Dijk, Mohamed Salah, Trent Alexander-Arnold und Fabinho zurückgreifen. Vor allem Letzterer hat sich in den letzten Wochen sehr hervorgetan, wodurch der brasilianische Mittelfeldspieler gegen Chelsea die größte Schlüsselfigur einnehmen wird.

Sollte sich Tuchel für Mateo Kovačić und N’Golo Kante im Zentrum entscheiden, geht es ausschließlich darum, Fabinho aus dem Spiel zu nehmen. Sollte jedoch Jorginho den Vorzug erhalten, spielt das wiederum Fabinho in die Karten.

Klopp gab bereits im Vorfeld bekannt, dass die Nummer zwei Caoimhin Kelleher den Vorzug vor Stammkeeper Alisson Becker erhalten wird. Kelleher stand bisher in allen Partien des Ligapokals zwischen den Pfosten.

Ohne Firmino

Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Diogo Jota, der an einer Knöchelverletzung laobiert(e). „Diogo hat im Abschlusstraining positive Signale gezeigt. Sei es das Geradeauslaufen, der Richtungswechsel oder die Ballarbeit“, sagte Co-Trainer Pepijn Lijnders. Doch gänzlich wollte er sich, vor einem Finale, natürlich nicht in die Karten blicken lassen: Er fügte hinzu: „Ein Einsatz ist nicht ausgeschlossen, aber unser Physioteam steht vor einer großen Herausforderung.“

Fix fehlen wird hingegen Roberto Firmino (Hüftverletzung). „Bobby hat sich in den letzten Tagen zwar sehr anstrengend, aber für das Finale wird es leider nicht reichen“, so Lijnders abschließend am Freitag gegenüber Medien.

Bei Chelsea sind Hakim Ziyech, Reece James und Callum Hudson-Odoi alle fraglich. Ben Chilwell ist für das Endspiel in der englischen Hauptstadt außen vor.

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