Liverpools Übungsleiter Jürgen Klopp reagiert sauer auf Berichte, wonach Schlüsselspieler Englands nicht geimpft sind. Der 54-Jährige teilte im Rahmen einer Pressekonferenz kräftig ausund vergleicht die Entscheidung gegen das Impfen mit Autofahren unter Alkoholeinfluss.

Der Erfolgstrainer zeigt kein Verständnis für Spieler, die eine Corona-Impfung ablehnen. Im vergangenen Jahr war seine Mutter Elisabeth an COVID-19 gestorben. Zu allem Überfluss, konnte er angesichts der damaligen Reisebeschränkungen Deutschlands (UK galt wegen der Mutation B.1.1.7 als Hochrisikoland) nicht am Begräbnis teilnehmen.

Nun gibt es inzwischen zahlreiche Impfungen, doch nach wie vor weigern sich einige Profis, davon Gebrauch zu machen. Eine gesellschaftliche Spaltung droht nun auch dem Fußball. Für Klopp ein sehr egoistisches Verhalten: „Ich lasse mich nicht nur impfen, um mich zu schützen, sondern um alle Menschen in meiner Umgebung zu schützen“, so der Deutsche.

Autofahren unter Alkoholeinfluss als Vergleich

Der Ex-Dortmunder vergleich die Weigerung mit Autofahren, wenn man ein oder zwei Bier getrunken hat. Zwar denkt man selbst, man könne noch fahren, doch „dieses Gesetz ist nicht dazu da, um mich zu schützen, wenn ich zwei Bier trinke und fahren will, sondern um alle anderen Menschen zu schützen, weil ich betrunken bin und wir das als Gesetz akzeptieren.“

In der Premier League ist eine Impfdebatte entbrannt, nachdem berichtet wurde, dass bei nur sieben der 20 Vereine, die Impfquote bei über 50 Prozent läge. Zudem sollen Schlüsselspieler in Englands Nationalteam auch nicht geimpft sein.

Nationaltrainer Gareth Southgate verriet zudem, dass er viele böse Nachrichten erhalten habe, nachdem er in einem Video der britischen Regierung zu sehen war, in welchem er jungen Menschen zu einer Impfung riet.

Für den Meistermacher ein Unding – und die Behauptung einiger, dass eine aufgedrängte COVID-19-Impfung eine Einschränkung der Freiheit wäre, kann er überhaupt nicht nachvollziehen.

„Wenn das der Fall ist, dann ist auch das Verbot, Alkohol zu trinken und Auto zu fahren, eine Einschränkung der Freiheit. Ich habe mich impfen lassen, weil ich mir Sorgen um mich selbst gemacht habe, aber noch mehr um alle um mich herum“, sagte Klopp.

Fast alle Spieler Liverpools geimpft

„Jeder Spieler, der sich ohne Impfung mit dem Coronavirus ansteckt, sei nicht nur an der eigenen Ansteckung schuld, sondern auch an der Erkrankung jeder einzelner Person, die er ansteckt“, resümierte Klopp zum Abschluss.

Klopp fordert daher, dass man Spieler nach ihrem Impfstatus fragen darf: „Wir dürfen die Leute nicht fragen, ob sie geimpft sind, aber ich darf einen Taxifahrer fragen: ‚Sind Sie betrunken?‘ Wenn er sagt: ‚Das muss ich Ihnen nicht sagen‘, dann sage ich: ‚OK, ich fahre nicht mit Ihnen.‘“ Bei den Reds sind laut Klopp 99 Prozent seiner Spieler geimpft.