Mehr als 30 Jahre nach der Stadion-Katastrophe im englischen Sheffield ist die Zahl der Todesopfer noch einmal gestiegen. Der 55-Jährige Andrew Devine, der seiner Familie zufolge am Dienstag gestorben war, gilt nach Feststellung eines Gerichts als 97. Todesopfer der Katastrophe, wie die BBC am Donnerstagnachmittag berichtete.

Bei dem tödlichen Massengedränge im Hillsborough Stadium im Jahr 1989 wurden zusätzlich viele Zuschauer schwer verletzt – darunter auch Devine. Da er bei den Vorfällen „lebensverändernde Verletzungen“ erlitten hatte, erklärte ihn das Liverpool Coroner’s Court als weiteres Todesopfer der Katastrophe. Seine Angehörigen begrüßten diese Entscheidung.

Am 15. April 1989 waren beim FA Cup-Halbfinale zwischen Liverpool und Nottingham Forest in Sheffield 95 Menschen im Gedränge einer völlig überfüllten „Leppings Lane End“ im Gedränge qualvoll ums Leben gekommen, da ein Metallzaun den Unterrang vom Innenraum des Stadions trennte. Die meisten Opfer waren Fußballanhänger der Reds. Das 96 Todesopfer erlag seinen inneren Verletzungen im Krankenhaus.

Erst 2016 – nach jahrelangem Streit über die Schuldfrage – entschied ein Gericht nach einer unabhängigen Untersuchung, dass die Katastrophe kein Unfall war, sondern die Polizei durch ihr Fehlverhalten eine Mitschuld trug. Weitreichende Konsequenzen gab es allerdings nicht, mehrere Beteiligte wurden freigesprochen. Darunter auch der damalige Einatzleiter David Duckenfield.

Klopp, Trainerteam, Spieler sowie Mitarbeiter:innen des Klubs haben im Trainingslager in Österreich Andrew Devine Tribut gezollt, indem 97 Sekunden eine Schweigeminute eingehalten wurde.