Die Super-League-Pläne treffen, während der größten Gesundheitskrise seit der Spanischen Grippe, weltweit auf allergrößte Ablehnung, aber vor allem in Liverpool: Nach beginnenden Fanprotesten in Anfield, hat sich nun auch der Stadtrivale der Reds zu Wort gemeldet.

Eine noch nie dagewesene Allianz aus Fans, Vereinen, Verbänden, Ligen und Politik richtet ihre Wut und ihren Widerstand an zwölf eierlose Klubs, mit eierlosen Bossen. Auch die Toffees richteten mit ihrem Statement deutliche Worte an ihre Ligakonkurrenten aus der Premier League, der „selbsternannten Super Six“. Das Statement im Wortlaut:

„Der FC Everton ist traurig und enttäuscht, Vorschläge einer Ausbrecher-Liga zu sehen, die von sechs Klubs vorangetrieben wird. Sechs Klubs, die komplett in ihrem eigenen Interesse handeln. Sechs Klubs, die den Ruf unserer Liga und des Spiels beschmutzen.

Sechs Klubs, die sich dazu entschieden haben, jeden anderen Verein zu missachten, mit dem sie am Premier-League-Tisch sitzen. Sechs Klubs, die die Mehrheit der Fußball-Fans in unserem Land und darüber hinaus für selbstverständlich halten und sogar verraten.“

„In dieser Zeit der nationalen und internationalen Krise – und einer richtungsweisenden Zeit für unser Spiel – sollten Klubs zusammenarbeiten, mit den Idealen unseres Spiels und seiner Unterstützer an oberster Stelle.

„Stattdessen haben sich diese Klubs heimlich dazu verschworen, sich von einer Fußballpyramide zu lösen, die ihnen so gut gedient hat. Und in dieser Pyramide begrüßt Everton JEDEN Klub, sei es Leicester City, Accrington Stanley, Gillingham, Lincoln City, Morecambe, Southend United, Notts County oder der Rest, der durch sein bloßes Dasein das Leben seiner Fans im Laufe der Geschichte des Spiels bereichert hat. Und umgekehrt.

„Die selbsternannten Super Six scheinen zu beabsichtigen, die Fans – ihre eigenen eingeschlossen – zu entrechten, in dem sie genau jene Struktur bedrohen, die das Spiel, das wir lieben, untermauert.“

Die Gegenreaktion ist verständlich und verdient – und ihr muss zugehört werden. Diese absurde Arroganz ist im Fußball außerhalb der Klubs, die diesen Plan entworfen haben, nicht erwünscht.

„Im Namen aller Personen, die mit Everton zu tun haben, bitten wir respektvoll darum, dass die Vorschläge umgehend zurückgezogen werden und dass die Geheimtreffen und subversiven Praktiken jetzt enden, die unser schönes Spiel in Bezug auf Vertrauen an seinen vielleicht tiefsten Punkt gebracht haben.“

„Schließlich möchten wir die Besitzer, Vorsitzenden und Vorstandsmitglieder der sechs Vereine bitten, sich an die privilegierte Position zu erinnern, die sie innehaben – nicht nur als Verwalter ihrer Vereine, sondern auch als Verwalter des Spiels. Wir fordernd sie alle auf, darüber nachzudenken, was sie sich als ihr Vermächtnis wünschen.“

Vorstand Everton FC