Jürgen Klopp war nach der verdienten 3:1-Niederlage Liverpools im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League bei Real Madrid sauer auf Schiedsrichter Felix Brych. Grund dafür war aus Sicht des Trainers eine heikle Szene unmittelbar vor dem 2:0 für die Madrilenen.

In der Neuauflage des Endspiels von 2018 gewann Madrid dank zweier Tore von Vinicius Junior (27./65.) und einem Treffer von Marco Asensio (36.), doch aus Klopps Sicht, hätte es nicht dazu kommen dürfen.

„Wie du da kein Foulspiel pfeifen kannst, das ist ganz schlimm. Das ist einfach unfair“, meinte Klopp in Richtung Brych. Kaum war der ersehnte Schlusspfiff ertönt, suchte Klopp das Schiedsrichtergespann auf, um seinen Ärger Luft zu machen, der deutlich hörbar war.

Doch was war passiert? Nach einem langen Ball von Trent Alexander-Arnold auf Teamkollege Sadio Mané ging Real-Verteidiger Lucas Vázquez als letzter Mann ungestüm in den Zweikampf und rempelte den Senegalesen beim Stand von 1:0 für die „Blancos“ kurz vor der eigenen Strafraumgrenze zu Boden (36.) – ein klares Foul, sollte man meinen.

Statt Rot wegen Notbremse für Vázquez ließ Brych die Szene weiterlaufen. Im Gegenzug stellte Marco Asensio nach einer missglückten Kopfballrückgabe Alexander-Arnolds auf 2:0 für Real. Ein Eingriff des Videoschiedsrichters blieb aus, eine klare Fehlentscheidung.

„Das ist unfair und unfair ist das Schlimmste, was man sagen kann über den Schiri“, sagte ein wütender Klopp beim Gang in die Kabinen zu Brych. Der 45-jährige Münchner hielt an, wartet auf den Reds-Coach und entgegnete cool: „Jürgen, wie sie mit mir reden, ist auch unfair.“

Brych umstritten

Die Personalia Brych steht nicht um ersten Mal im Mittelpunkt des Fußballgeschehens, neben einiger eklatanten Fehlentscheidungen in der deutschen Bundesliga, wurde der Unparteiische nach seiner Skandal-Leistung beim WM-Gruppenspiel 2018 in Russland zwischen Serbien und der Schweiz von der FIFA kurzerhand abberufen – ein Novum für einen europäischen Referee.

Auf der Pressekonferenz nach der Partie legte Klopp nach, gab aber auch zu, dass in erster Linie seine Mannschaft für die enttäuschende Niederlage verantwortlich ist und nicht gut genug war.

„Ich habe ihm nach dem Spiel gesagt, dass ich einfach dachte, dass er unfair gegenüber Mané war. Er hat uns nicht das Spiel gekostet, aber man braucht einfach zumindest einen mittelmäßigen Schiri“, erklärte Klopp und fügte hinzu: „Die Situation mit Sadio, da muss ich sagen, was der Schiedsrichter da heute Abend gemacht hat, verstehe ich nicht. Für mich war das etwas Persönliches.“

Klopps Kritik an Trainingsplatz

Durch den kostspieligen Stadionumbau des Estadio Santiago Bernabéu tragen die „Königlichen“ ihre Heimspiele seit Sommer 2020 auf ihrem Trainingsgelände aus. Doch dem kleinen Ausweichstadion Estadio Alfredo Di Stéfano in Valdebebas konnte Klopp nichts abgewinnen.

„Wir spielen seit einiger Zeit in leeren Stadien, aber das ist etwas ganz anderes. Das ist ein Trainingsplatz. Als wären wir zu Gast bei Manchester United und würden dort dann auf dessen Trainingsplatz spielen“, haderte der 53-Jährige Übungsleiter im Vorfeld der Partie in einem Interview mit dem spanischen TV-Fernsehsender MOVISTAR+.

Das Estadio Alfredo Di Stéfano ist normalerweise die Heimstätte Reals zweiter Mannschaft, der Frauen-Mannschaft sowie der U19 in in der UEFA Youth League.