Nun ist es passiert: Der surreale Lauf der Reds ist vorbei. Beim Tabellenvorletzten aus Watford kassierte Liverpool die ersten Premier-League-Niederlage der Spielzeit 2019/20. Es war die erste Niederlage seit Jänner 2019. Damit darf sich Arsenal weiterhin als „The Invincibles“ bezeichnen.

Jürgen Klopp änderte seine Startelf gegenüber dem 3:2-Erfolg gegen West Ham United notgedrungen nur auf einer Position. Da Joe Gomez kurzfristig ausfiel, rückte Dejan Lovren in die Startelf. Zudem macht Naby Keita für Alex Oxlade-Chamberlain im Zentrum Platz.

Bereits zu Beginn merkte man dem englischen Spitzenreiter an, dass jegliche Spritigkeit fehlte. Der Liverpool strahlte zu keinem Zeitpunkt Gefahr aus. Ballverluste und Unkonzentriertheit standen an der Tagesordnung.

Der krasse Außenseiter hingegen, agierte vor heimische Kulisse frech und unbekümmert. Watford-Trainer Nigel Pearson dürfte vor der Partie offensichtlich die richtigen Worte gefunden haben. Die beste Chance für die „Hornets“ vergab Gerard Deulofeu, dessen Schlenzer (11.) übers Tor ging.

Einen weiteren Versuch Doucouré (15.) underbindete Abwehrchef Virgil van Dijk. Liverpool verbuchte erst nach 20. Spielminuten durch Mohamed Salah die erste Möglichkeit, sein Schuss landete jedoch nur im Außennetz.

Deulofeu verletzt

Für einen Schockmoment sorgte ausgerechnet Deulofeu. Watfords bester Spieler verletzte sich in einem Zweikampf so unglücklich am Knie, dass er nach intensiver Behandlung und unter Applaus per Trage vom Rasen getragen wurde. Für den Spanier kam Roberto Pereyra (37.) in Spiel. Wer nun dachte, Liverpool hätte einen Vorteil daraus gezogen, lag völlig falsch.

In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit verpassten die Hausherren durch Deeney in Führung zu gehen. (45+5.). Alisson machte dabei keine gute Figur als ihm der Ball aus den Händen rutschte.

Was im ersten Durchgang nicht klappte, sollte in der 54. Spielminute aus Sicht Watfords endlich klappen. Nach einem Einwurf in die Box brachte Doucouré das Leder Fünfmeterraum, wo Sarr die Gastgeber zur verdienten Führung grätschte. Sowohl Lovren als auch van Dijk sahen bei Aktion nicht gut aus. Zuvor scheiterte Andy Robertson (54.) aus aussichtsreicher Position an Keeper Ben Foster.

Watford legt nach

Liverpool war völlig von der Rolle, kein Zug zum Tor und fehlende Passstafetten. Und es sollte noch schlimmer kommen: Nach einem Steilpass von Deeney lief Sarr der gegnerischen Abwehr davon und überlupfte Alisson Becker sehenswert und brachte damit Watford 2:0 in Front.

Ein Volleyschuss des kurz zuvor eingewechselten Lallana krachte an den Außenpfosten (66.) blieb eine Randnotiz. Für den Schlusspunkt sorgte Deeney, der sich nach einem haarsträubenden Rückpass von Trent Alexander-Arnold als Nutznießer erwies. Alisson war aus dem Kasten herausgeeilt, doch Sarr legte im richtigen Moment auf seinen Sturmpartner auf, der die Kugel aus rund 17 Metern gefühlvoll ins leere Tor schob (72.). Und es hätte sogar noch schlimmer kommen können, doch Sarr vergab freistehend vor Alisson.

Die erste Saisonniederlage für das Team von Jürgen Klopp war damit besiegelt. Die Siegesserie wurde nach knapp 14 Monaten überraschend, aber verdient beendet. Zudem verpassten die Reds den alleinigen Rekord für die meisten Premier-League-Siege in Folge, diese sich den Rekord nun mit Manchester City (18) teilen muss.

Auch in Nordlondon gab es ein großes Aufatmen, da die ungeschlagene Saison der „Gunners“ 2003/2004 weiterhin die einzige dieser Art in der Premier-League-Historie bleibt.

Spielinfos

Tore
1:0 – Sarr (54./Doucoure)
1:1 – Sarr (60./Deeney)
1:2 – Deeney (72./Sarr))

Karten
Fehlanzeige

Premier League
28. Runde

Schiedsrichter
Michael Oliver

Austragungsort
Vicarage Road

Watford FC
Foster – Femenia, Kabasele, Cathcart, Masina – Capoue, Hughes – Sarr, Doucoure, Deulofeu (37. Pereyra) – Deeney

Ohne Einsatz: Gomes, Dawson, Chalobah, Pussetto, Welbeck, Gray

Liverpool FC
Alisson – Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk, Robertson – Fabinho, Wijnaldum (61. Lallana), Oxlade-Chamberlain (65. Origi) – Salah, Mane, Firmino (79. Minamino)

Ohne Einsatz: Adrián, Matip, Hoever, Jones 

Red Fellas – Man of the Match

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3. März 2020 – 21.00 Uhr