Endlich hat das Warten ein Ende! Die Reds setzen die Mission Titelverteidigung in der Champions League im schwierigen Auswärtsspiel bei Atlético Madrid (18.2. – 21.00 Uhr / live auf Sky) fort. Die „Rojiblancos“ sind mit Sicherheit ein Gegner, den man lieber vermeiden wollte, doch auch Atlético wird mit dieser Auslosung wohl keine große Freude gehabt haben!

Acht Monate nach Jürgen Klopps bisher größtem Triumph kehren die Reds an den Schauplatz des Champions League Finales zurück und starten dort in die entscheidende Phase der Titelverteidigung.

Natürlich sind die Reds auch diesmal Favorit, die Drucksituation ist aber diesmal eine andere. Gegen Diego Simeones Mannschaft wird das mit Sicherheit ein ganz unangenehmes Spiel und ein Unentschieden wäre wohl auch akzeptabel. Wie wir Virgil van Dijk und Co. kennen werden sie aber auch dieses Spiel unbedingt gewinnen wollen um gleich die Weichen für das Rückspiel zu stellen.

Liverpool in Überform

Was soll man über diese Liverpool Mannschaft noch sagen, was nicht schon gesagt worden wäre: Wir erleben diese Saison wahrhaft Historisches! Das ist mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit das beste Liverpool, das wir jemals erleben werden. Aus dem einfachen Grund weil das schon sehr nahe an der Perfektion ist!

25 Siege aus 26 Premier League Spielen, 43 Premier League Spiele in Folge ungeschlagen, 17 Premier League Siege in Folge … unfassbar! Das einzige Negative, was man zur Zeit sagen könnte, wenn man denn unbedingt will, ist, dass die Serie wohl auch irgendwann enden wird müssen … aber solange sie hält gilt es jede Minute zu genießen, Reds! Wie gesagt werden wir so etwas höchstwahrscheinlich nie wieder erleben.

Es gibt zur Zeit im Weltfußball wahrscheinlich keine Mannschaft, vor der Liverpool Angst haben müsste. Es gibt maximal einige unangenehme Teams. Blöderweise ist die Mannschaft von Diego Simeone mit Sicherheit eine, die auf dieser Liste vorkommen würde, vermutlich sogar relativ weit oben!

Atlético auf der Suche nach Stabilität

Doch dieses Atlético ist nicht ganz mit den starken Mannschaften der Vergangenheit zu vergleichen, Simeone hat es diese Saison noch nicht geschafft der Mannschaft Stabilität zu verleihen. Negativer Saisonhöhepunkt war bis jetzt sicherlich das Ausscheiden gegen Drittligisten Leonesa in der Copa del Rey, seit diesem Debakel konnte das Team auch nur eines der letzten vier Spiele gewinnen.

In der Primera Division stehen die „Rojiblancos“ auf dem eigentlich enttäuschenden vierten Tabellenplatz, 13 Punkte hinter Leader Real Madrid. Vor der Saison waren die Erwartungen nach doch sehr hochkarätigen Transfers, etwa der Verpflichtung von Joao Felix von Benfica Lissabon um kolportierte €126Mio, mit Sicherheit höher gewesen.

Von den letzten sieben Spielen konnte gar nur eines gewonnen werden aber auch dieser mühsame 1:0 Heimsieg gegen Granada war lange fraglich. Wie es bei einer Simeone Mannschaft zu erwarten ist, ist das Problem aber weniger die Defensive als die Offensive: Atlético hat mit nur 17 Gegentoren in „La Liga“ zwar die zweitbeste Abwehr, mit 25 erzielten Treffern aber auch eine der schwächsten Offensiven der Liga, die circa auf dem Niveau der Abstiegskandidaten ist.

Der Abgang von Antoine Griezmann konnte offenbar noch nicht kompensiert werden, man kann von einem 20-jährigen Joao Felix aber auch nicht erwarten diese Lücke gleich zu füllen. Auch die anderen arrivierten Stürmer, wie zum Beispiel der von Verletzungen geplagte Diego Costa, konnten der Offensive aber noch kein Leben einhauchen.

Beide Teams fixierten erst spät den Aufstieg ins Achtelfinale

Auch in der Champions League Gruppenphase tat sich Atlético in einer doch eher schwächeren Gruppe lange schwer, der Aufstieg wurde erst am letzten Spieltag mit einem Heimsieg gegen Lokomotiv Moskau fixiert. Gleiches könnte man aber auch von den Reds sagen, Liverpool musste am letzten Spieltag mit einem Auswärtssieg bei Salzburg die Kohlen aus dem Feuer holen!

Es ist aber schwierig zu sagen, dass die Reds mittlerweile besser in Form wären … sie haben schließlich davor und auch danach einfach so gut wie alles gewonnen. Seit der Rückkehr Alissons hat sich aber auf jeden Fall die Abwehr stabilisiert und in zehn Premier League Spielen nur ein Gegentor bekommen. So gesehen könnte man sagen, dass das aktuelle Liverpool wahrscheinlich schon nochmal eine Spur stärker ist als noch während der Gruppenphase.

Doch gerade zuhause ist Atlético eine Macht und Simeone ist ein Meister darin, seine Mannschaft für große Spiele zu motivieren. „Sie [die Atlético Fans] hoffen mehr mit ihrem Herzen als mit ihrem Kopf, dass die Unform der letzten Spiele aus dem Fenster geworfen wird und sie sich für dieses große Spiel werden steigern können, um dann nach Anfield zu fahren und zu sehen, was passiert“, wie Spanien-Korrespondent Dermot Corrigan vom Independent sagte.

In Kombination mit Liverpools schwachen Auswärtsauftritten in der Champions League in der Vergangenheit könnte das eventuell für Probleme sorgen. Die einzige wirkliche Pflichtspielniederlage in dieser Saison (wenn wir das 0:5 der U23 im Carabao Cup ignorieren) fing man sich eben auswärts bei Neapel ein. Auch in der vorigen Saison hatten die Reds auswärts bei starken Gegnern oft Probleme, man denke dabei etwa an das 0:3 in Barcelona oder an das 1:2 bei PSG.

Letztes Aufeinandertreffen im Europa League Semifinale 2010

Direkte Duelle zwischen den beiden Teams gab es schon seit längerem nicht mehr, das letzte Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel war im Halbfinale der Europa League 2010. Auch damals war es ein sehr enges Duell, die Reds verloren das Hinspiel im damals noch „Estadio Vicente Calderon“ durch ein Tor von Diego Forlan knapp mit 1:0.

Das Rückspiel in Anfield war wie so oft ein Drama: Ein Treffer von Alberto Aquilani (!) bescherte den Reds einen 1:0 Sieg und es ging in die Verlängerung. Dort erzielte Yossi Benayoun dann das zwischenzeitliche 2:0, ehe wiederum Diego Forlan in der 102. Spielminute das 2:1 erzielte. Atlético stieg damit nur aufgrund der Auswärtstorregel auf. Bei Atlético waren damals beispielsweise ein gewisser Sergio Aguero und ein David de Gea im Einsatz!

Um sich zu verdeutlichen, wie weit Jürgen Klopp Liverpool mittlerweile gebracht muss man sich nur die Einwechslungen von damals ansehen: Als es hart auf hart kam blieb Rafa Benitez damals nicht anderes übrig als Nabil El-Zhar (!), Philipp Degen (!!) und Dani Pacheco einzuwechseln. Wenn man das mit der Ersatzbank vom Norwich Spiel vergleicht, liegen da mehr als nur Welten zwischen den Teams von damals und heute!

Team News

Klopp kann für dieses wichtige Spiel weiter aus dem Vollen schöpfen und hat die „Qual der Wahl“ eines vollen Kaders. „Gut, genau gleich wie am Samstag. Alles an Bord und verfügbar, cool “, sagte der Boss gegenüber Liverpoolfc.com, als er gefragt wurde, wie der Kader in Bezug auf Fitness aussieht.

Gefragt danach, ob Atlético vom System her ähnlich spielt wie Norwich am Samstag sagte Klopp: „Es gibt Ähnlichkeiten [in Bezug auf das System zwischen Norwich und Atletico], so dass das Norwich-Spiel, würde ich sagen, eine wirklich gute Vorbereitung für das Spiel war, aber Atletico ist ein sehr physisches Team, sehr gut organisiert und all das Zeug: Konterspiel, viel individuelle Qualität, gute Standards!“

Also wird es schwierig die Aufstellung zu erahnen, Klopp deutete nach dem Norwich Spiel an dass der Plan war Fabinho und Mané von der Bank zu bringen um sie dann gegen Atlético von Anfang an auflaufen zu lassen. Also kann man von Henderson und Fabinho im Mittelfeld ausgehen, angesichts des Körperlichkeit von Atléticos Spiel ist der dritte Platz im Mittelfeld die große Frage.

Wijnaldum hatte gegen Norwich eine, nennen wir es mal nett „unauffällige“ Partie, Keita hingegen war abgesehen von vergebenen Chancen doch sehr gefällig. Eine Möglichkeit wäre auch Milner um auf Nummer sicher zu gehen, ihn gleich nach der Verletzungspause in diesem wichtigen Spiel zu bringen wäre allerdings ungewöhnlich.

Bei den „Rojiblancos“ ist fraglich ob Felix und Costa fit werden, Costa hat am Montag immerhin das erste mal seit seiner Verletzung trainiert. Bei Morata kann man nach seinem Einsatz beim 2:2 gegen Valencia davon ausgehen, dass er wieder dabei sein wird. Ob es für einen Startelf Einsatz reichen wird ist allerdings fraglich!

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