Prosit Neujahr, liebe Fellas! 2020 startet mit einem Heimspiel gegen den Aufsteiger Sheffield United (live auf Sky Sport/21.00 Uhr), wo die Reds an ihre Überform aus dem Vorjahr hoffentlich gleich anknüpfen werden. Das Hinspiel war bereits eine sehr knappe Angelegenheit.

Jürgen Klopp und seine Reds bekommen zum Jahresauftakt Besuch vom Aufsteiger Sheffield United. Eine heikle, aber machbare Aufgabe. Mit dem Sieg zum Abschluss des Traumjahres 2019 sind die Reds nun seit 50 Premier-League-Heimspielen ungeschlagen und haben die letzten 17 Heimspiele allesamt gewonnen. Klopp hat also tatsächlich die „Festung Anfield“, wie sie einst Bill Shankly immer bezeichnete, Stück für Stück wieder aufgebaut. 

Es ist die drittlängste Serie von Heimspielen ohne Niederlage in der Geschichte der höchsten Spielklasse Englands. Nur Liverpool selbst (1978-1980, 63 Heimspiele) und Chelsea (2004-2008, 86 Heimspiele) konnten diesen Lauf (vorerst?) überbieten. 

VAR bei beiden Teams als Diskussionspunkt

Die „Blades“ aus Sheffield reisen daher mit gehörigem Respekt nach Liverpool an, auch wenn das Team von Trainer Chris Wilder erst eine Auswärtsniederlage in der laufenden Spielzeit 2019/20 einstecken musste. Im letzten Auswärtsspiel beim Meister Manchester City verlor Sheffield unglücklich mit 0:1. Eine umstrittene VAR-Entscheidung kostete die Rot-Weißen sogar den Führungstreffer.

Auch die Reds können ihrerseits auf Erfahrungen mit dem Videobeweis zurückblicken. Das Glück war in der Regel auf der Seite des Spitzenreiters, wie am letzten Spieltag. Dem Führungstreffer gegen Wolverhampton durch Sadio Mané ging eine dreiminütige VAR-Untersuchung voraus, ehe das Tor schließlich (völlig zurecht) anerkannt wurde. Das Zuspiel von Adam Lallana war nicht, wie von Anthony Taylor zuerst fälschlich entschieden, von der Hand gekommen, sondern mit der Schulter gespielt. Der Videoassistent griff ein und stimmte den Unparteiischen um.

Auf der anderen Seite wurde der Ausgleichstreffer der „Wolves“ aberkannt, da in der Entstehung eine hauchdünne Abseitsstellung zu erkennen war. An der Diskussion über den Videobeweis wollen wir uns an dieser Stelle nicht beteiligen, darüber wird/wurde bereits genug diskutiert.

Erstes Aufeinandertreffen in Anfield seit 2007

In Anfield hat es das Duell zwischen Liverpool und Sheffield United jedenfalls seit Februar 2007 nicht mehr gegeben. Bein 4:0-Sieg erzielte damals ein gewisser Robbie Fowler einen Doppelpack. Seitdem gab es – bis zu dieser Saison – nur Begegnungen im Ligapokal.

Im Hinspiel in Sheffield taten sich die Reds lange sehr schwer, viele Chancen wurden vergeben und so sah es tatsächlich danach aus, als ob die Siegesserie Liverpools gerade beim Aufsteiger enden würde. Doch ein Distanzschuss von Gini Wijnaldum, den Sheffields Torwart Henderson netterweise durch seine Beine flutschen ließ, besiegelten den knappen Erfolg. Wie sich danach u.a. im Spiel gegen Manchester United zeigen sollte, ist Sheffield vor einer Auswärtskulisse alles andere als ein angenehmer Gegner und der Auswärtssieg der Klopp-Mannen ist umso höher einzustufen.

Team News

In der Pressekonferenz gab es auch diesmal keine bahnbrechenden Einblicke von Jürgen Klopp. Alex Oxlade-Chamberlain, Xherdan Shaqiri, Fabinho, Dejan Lovren und Joel Matip sind verletzungsbedingt weiterhin außen vor. Allerdings betonte der Cheftrainer, dass sich alle Akteure in guter Verfassung befinden.

Der Kader aus dem er seine Startelf wählen kann ist daher der gleiche wie gegen Wolverhampton. Winter-Neuzugang Takumi Minamino hat für den Ligabetrieb noch keine Spielberechtigung, allerdings steht der Japaner gegen Everton am kommenden Sonntag im FA Cup zur Verfügung.

Aufgrund der vielen Pflichtspiele ist zu erwarten, dass Klopp rotieren wird. Mit Hinblick auf das Merseyside Derby am 5. Jänner 2020 darf man gespannt sein, wie die Aufstellungen aussehen werden. Wird das Trainerteam den FA Cup diesmal ernster nehmen? Oder bleibt Klopp wieder bei All-in Premier League, obwohl man sich angesichts des komfortablen Vorsprungs sogar eine Schonung leisten könnte?

Herausfordernd ist jedenfalls, dass nach dem Pokalwettbewerb mit Tottenham in London und dem Nordwest-Derby gegen Erzrivalen Manchester United in Anfield ein sehr harter Abschnitt wartet. Aber vor allem in vermeintlichen harten Phasen konnten die Reds immer brillieren. Wir wüssten keinen Grund, warum es diesmal anders laufen sollte.

Bei den Gästen steht nahezu der gesamte Kader zur Verfügung, einzig Mittelfeldspieler John Lundstram und Keeper Simon Moore sind noch fraglich.

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