Liverpool reitet in der englischen Premier League von Sieg zu Sieg und zeigt sich dabei in unwiderstehlicher Form. Der Arbeitssieg gegen Wolverhampton (1:0) bedeutete nicht nur weitere drei Punkte, sondern auch den 18. Saisonsieg aus 19 Spielen. Sadio Mané (42.) entschied mit seinem Tagestreffer die Partie.

Damit haben die Reds 98 von 111 möglichen Punkten im Laufe des Kalenderjahres 2019 gesammelt – Vereinsrekord. Nur logisch, dass Cheftrainer Jürgen Klopp unendlich stolz auf seine Mannschaft ist, die zum Jahresabschluss mit einen Dreizehn-Punkte-Vorsprung von der Tabellenspitze winkt. Gleichzeitig will der 52-Jährige nichts von einer Vorentscheidung wissen.

Jürgen Klopp über …

… das Spiel

Es war in der Tat ein sehr hart umkämpftes Spiel. Aber kein Wunder, denn die Wolves haben eine ordentliche Mannschaft. Wir haben in der ersten Hälfte das Spiel kontrolliert und hatten sogar Torchancen, aber der Gegner war stets eine Bedrohung für uns. Dennoch haben wir das Führungstor erzielt und Nuno dürfte mit dem Videobeweis wahrscheinlich nicht zufrieden gewesen sein. 

Für mich kam der Pfiff ehrlich gesagt überraschend, da ich dachte, dass Adam den Ball klar mit der Schulter gespielt hat. Erst nach drei Minuten war die Entscheidung gefallen und das Tor zählte. Eine große Erleichterung für uns alle. Und auf der anderen Seite zählte der Ausgleich wegen einer knappen Abseitsstellung nicht. Die Entscheidungen hat beim Gegner für Wut und Aggressivität gesorgt – auch wenn wir nichts damit zu tun haben. Aber manchmal passiert sowas im Sport.

Ich kann mir vorstellen, was Nuno zur Halbzeit seinen Jungs gesagt hat: Alle sind gegen uns, also lasst uns zurückschlagen – eine leichte Motivation. Und als sie aus der Umkleide kamen, haben sie sofort gedrückt und uns einige Probleme im Aufbauspiel bereitet. Dennoch haben wir es wieder geschafft, das Spiel etwas zu kontrollieren und Ruhe reinzubringen. Naby und Millie haben nach ihrer Einwechslung sofort geholfen.

Aber Chapaeu an Adam und Gini, die heute wirklich abgeliefert haben. Ali musste in der Schlussphase mit zwei Paraden aushelfen, auch wenn es keine allzu große Bedrohung war. Wie ich heute Abend bereits fünf oder sechs Mal gesagt habe, wenn es einfach wäre, hätten es deutlich mehr Teams geschafft, diese Anzahl an Siege einzufahren. Aber es ist nicht einfach und du musst mit allem dagegenhalten, was du hast. Manchmal mehr, manchmal weniger. Daher könnte ich nicht stolzer auf meine Mannschaft sein. Es ist einfach beeindruckend.

… den Punktevorsprung

Nichts hat sich geändert, es ist noch ein langer Weg für uns alle. Jeder fragt mich, wie es mir im Jahr 2019 ergangen ist. Das Jahr war brillant, aber es ist nicht wichtig, weil die Spielzeit zählt und nicht das Jahr. Die Saison 2019/20 ist noch nicht vorbei. Der Punktvorsprung ist eine nette Story für euch Medien, aber wir schauen nur von Spiel zu Spiel. Wir sind erst bei der Hälfte angelangt – weitere 19 harte Spiele stehen noch aus.

Wir werden auf Teams treffen, die um den Ligaverbleib kämpfen und dementsprechend auftreten werden. Und dann gibt es auch noch den Kampf um die europäischen Plätze. Also wen interessiert der Punktestand im Dezember? Hört auf mich zu fragen, ob der Titelkampf entschieden ist. Stellt euch vor, ich würde sagen: Ja, der Titelkampf ist entschieden! Das wäre wirklich sehr verrückt. Seit einigen Wochen stellt ihr immer wieder die gleichen Fragen und ich muss immer dasselbe antworten. Nein, nichts ist entschieden. Wir haben uns lediglich eine Basis geschaffen, mit der wir von nun an arbeiten werden, das ist alles.

… die Entscheidung zwischen Mané und Salah zum Afrikas Spieler des Jahres 2019

Ich liebe sie beide, also würde ich beide wählen, gäbe es zwei erste Plätze. Ich habe vergangene Woche eine weitere Auszeichnung erhalten, und für jemanden, der nicht an individuelle Auszeichnungen glaubt, habe ich dieses Jahr wirklich viele bekommen. Beide sind unglaubliche Spieler und beide verdienen es. Ich habe keine Ahnung, aber eine Entscheidung wird fallen.