Beim 285. Merseyside Derby zwischen Liverpool und Everton (21.15 Uhr/live auf Sky Sport Austria, Sky Q und Sky UHD) dürfte es zur Sache gehen. Während die Reds die Tabellenführung auf Manchester City wieder ausbauen wollen, soll den Blues endlich der Befreiungsschlag gelingen. Gleichzeitig ist es der Startschuss für den brutalen Weihnachtsmonat, wo gleich neun Spiele für die Klopp-Mannen auf dem Programm stehen.

Auch am Mittwochabend ist die Stadt – beim ersten von drei Aufeinandertreffen – wieder in zwei Lager geteilt: Familien, Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen sind für 90 Minuten erbitterte Kontrahenten. Doch die viel wichtigerer Frage lautet: Erweist sich Everton wieder als Kryptonit für Liverpool?

Anders als im Ligaalltag wächst Everton im Stadtduell bekanntlich über sich hinaus und macht es dem Rivalen unheimlich schwer. Das belegen auch die Zahlen, der letzten drei Derbys, wo nur ein Tor fiel (ein Sieg, zwei Unentschieden).

Fakt ist auch, dass Everton-Coach Marco Silva ums Überleben kämpft. Die „Silva Out“-Rufe werden im Goodison Park immer lauter. Nach dem dramatischen „Lucky Punch“ in der Nachspielzeit, kassierte der Tabellensiebzehnte gegen Leicester City nunmehr die achte Saisonniederlage. Auch für die „Bitters“ kann die Abstiegszone – trotz 120 Millionen Euro Transferausgaben – nicht der Anspruch sein.

Schicksalsspiel für Silva?

Und anders als noch im vergangenen März, gab sich Silva diesmal kleinlaut und verzichtete auf Speerspitzen. Den kuriosen Siegtreffer durch Divock Origi in de Nachspielzeit im Dezember 2018 bezeichnete der portugiesische Cheftrainer spöttisch „als Glückstreffer, sie haben gefeiert als ob es ein WM-Endspiel gewesen wäre“. Er weiß, eine weitere Niederlage dürfte ihn den Job kosten.

Man könnte an dieser Stelle Everton als „angeschlagenen Boxer“ bezeichnen, doch wäre da nicht die Festung Anfield und ein selbstbewusster englischer Spitzenreiter. Wettbewerbsübergreifend gab es für Gäste seit 48 Spielen nichts zu holen (davon 13 Remis). Zudem spricht ein 26-Punkte-Vorsprung auf Everton eine sehr klare Sprache.

Außerdem kann Klopp im 159. Spiel der zweitschnellste Trainer werden, der den 100. Sieg in Englands höchster Spielklasse feiert. Schneller war nur José Mourinho, der 142 Spiele für die besagte Marke benötigte. Aber wie heißt es so schön: Das Derby hat eigene Gesetze (zwei Euro ins Phrasenschwein).

Team News

Liverpool plagen nach dem 2:1Sieg über Brighton zwar keine neuen Verletzungen, doch der prominenteste Ausfall heißt Alisson Becker. Die brasilianische Nummer eins kassierte im Spiel gegen die „Seagulls“ seine erste Rote Karte seiner Karriere und wurde für eine Spiel gesperrt.

Damit erhält Adrián nach einer Elf-Spiele-Serie zu Saisonbeginn erneut eine Möglichkeit sich im Kasten zu beweisen. Nachwuchskeeper Caoimhin Kelleher wird als Nummer zwei auf der Bank Platz nehmen.

Fabinho und Joel Matip sind leider weiterhin außen vor. Beide Akteure werden 2019 kein Spiel mehr bestreiten. Vor allem beim Kameruner soll die Knieverletzung schlimmer sein als zunächst befürchtet. Klopp räumte in der Pressekonferenz ein, dass der Heilungsprozess „nicht so verläuft, wie wir es uns gewünscht haben“ und es noch „eine Weile dauern wird“.

Damit stellt sich die Startelf mehr oder weniger selbst auf. Die Abwehrreihe bilden Andy Robertson, Virgil van Dijk, Dejan Lovren und Trent Alexander-Arnold. Im Zentrum dürfte Alex Oxlade-Chamberlain – neben Jordan Henderson und Gini Wijnaldum – seinen Platz erobert haben.

Doch Naby Keita, James Milner und Adam Lallana werden angesichts der bevorstehenden Spiele sicherlich viele Einsatzminuten erhalten. Der Angriffspakt mit Sadio Mane, Roberto Firmino und Mohamed Salah ist stets zu Diensten. Dahinter lauern Divock Origi und Xherdan Shaqiri.

Everton muss unterdessen auf Seamus Coleman, André Gomes, Jean-Philippe Gbamin, Cuco Martina und Fabian Delph auskommen. Angreifer Theo Walcott steht vor der Rückkehr in den Kader.

Auf der nächsten Seite: Spielinfos und Aufstellungen