Liverpool geht am 14. Spieltag der Premier League gegen Brighton & Hove Albion als klarer Favorit ins Rennen. Alles andere als drei weitere Punkte wäre eine regelrechte Sensation.

Nach dem bitteren 1:1-Unentschieden gegen Napoli in der UEFA Champions League wurde der Einzug in die Runde der letzten 16 vertagt. Der Showdown am letzten Spieltag in Salzburg ist auch insofern unnötig, da die Reds gleich neun Pflichtspiele im Weihnachtsmonat vor der Brust haben.

Mit einem Triumph über die Neapolitaner und als vorzeitiger Gruppensieger hätte Cheftrainer Jürgen Klopp ruhigen Gewssens eine B-Elf nach Wals-Siezenheim schicken können. Doch stattdessen fiebert die nervende österreichische Medienlandschaft dem „Endspiel“ entgegen. Schlagzeilen wie „Cordoba 2.0“ oder „Das Finale daheim“ sind nur die Spitze des Eisbergs.

Doch sei’s drum, der Fokus gilt dem Tagesgeschäft im englischen Oberhaus, ohne dem es gar keine Königklasse geben würde. Anders als noch unter dem langjährigen Ex-Trainer Chris Hughton, spielen die „Seagulls“ unter Neo-Coach Graham Potter einen erfrischenderen Kick. Trotz negativen Torverhältnis (15:19) liegt man mit einem Platz im Tabellenmittelfeld im Soll.

Und auch wenn Brighton Ende August im Etihad gegen Manchester City mit 4:0 unterging, weiß der „Underdog“ wie man große Mannschaften vor Probleme stellt. Die Klopp-Mannen sind jedenfalls gewarnt und werden ihre Bestleistung abrufen – ohne Zweifel. Aber auch für die Hinterbliebenen und Überlebenden der Hillsborough-Katastrophe.

Am Donnerstag wurde der damalige Einsatzleiter David Duckenfield vom Strafgericht freigesprochen, was in Liverpool für großes Entsetzen sorgte. Klub, Fans sowie Spieler sind fassungslos. Kapitän Jordan Henderson und Eigengewächs Trent Alexander-Arnold suchten am Freitag ohne großartigen Medienrummel das Memorial außerhalb des Stadions auf und legten Blumen in Gedenken der 96 Todesopfer nieder. Vor allem der Kop wird beim Kick-off am Samstagnachmittag laut und emotional agieren.

Steht Atkinson wieder im Mittelpunkt?

Aber es nicht nur die spielerische Klasse des ungeschlagenen Spitzenreiters, auch die Statistik spricht klar gegen die Gäste aus der Küstenstadt. Seit neun Spielen konnte man keinen Erfolg verbuchen – der letzte Sieg Brightons über Liverpool liegt bereits 35 Jahre zurück. Zum Problemfall könnte lediglich Schiedsrichter Martin Atkinson werden, der in der Vergangenheit alles andere als Pro-Liverpool gepfiffen hat. 

Zuedem könnte der Punktevorsprung auf Manchester City zwischenzeitlich auf sechs Zähler schmelzen, da Newcastle die Starensemble von Pep Guardiola im St. James‘ Park (13.30 Uhr) empfängt. Aber alles in allem will Liverpool eine ereignisreiche Woche erfolgreich abschließen.

Team News

Der größte Rückschlag für den Champions-League-Sieger ist der Ausfall von Fabinho. Der „General“ wird angesichts seiner Sprunggelenksverletzung den Reds mindestens bis Jahresende fehlen – auch wenn er gegen Brighton wegen einer Gelbsperre ohnehin nicht zum Zug gekommen wäre.

Alex Oxlade-Chamberlain und Naby Keita werden versuchen die Fehlzeit zu kompensieren. Fabinho ist zwar nicht zu ersetzen, aber die steigende Formkurve des Duos macht zumindest Hoffnung den intensiven Dezember zu überstehen. Ohnehin muss das Traineteam das Mittelfeld etwas umstrukturieren, was bedeutet, dass Henderson oder Gini Wijnaldum die Sechser-Position einnimmt.

Sadio Mané, Roberto Firmino und Mohamed Salah sind fit, wobei lezterer offensichtich immer noch mit der Knöchelblessur zu kämpfen hat. In der Abwehr bleibt durch die Abwesnheit von Joel Matip alles beim Alten. Ersatzmann Dejan Lovren bleibt – neben Virgil van Dijk – weiterhin in der Startelf. Trent Alexander-Arnold nimmt nach der Verschnauffpause in der Mid-Week wieder die Rolle Rechtsverteidigers ein und löst damit Joe Gomez ab.

Brighton kann wieder auf Lewis Dunk (Sperre) und Aaron Connolly (Verletzung) zurückgreifen. Allerdings ist ein Einsatz von Mittelfeldspieler Solomon March fraglich.

https://www.youtube.com/watch?v=Ak-QRQ0-AaE

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