Zu einer rassistischen Entgleisung kam es beim Champions-League-Gruppenspiel zwischen KRC Genk und Liverpool (1:4). Dabei wurde Divock Origi Opfer eines klischeehaften Banners – ausgerechnet in seinem Heimatland.

Der souveräne Auswärtserfolg der Reds in der belgischen Provinz geriet schnell in den Hintergrund. Denn in der Luminus Arena war ein Banner aufhängt worden, der das klassische Klischee eines dunkelhäutigen Mannes bediente.

Auf dem Banner war – neben dem Henkelpott – der Kopf Origis auf einem nackten Körper samt Riesen-Penis abgebildet. Es sollte eine Andeutung einer „lebenden Legende“ sein, da der Belgier im Endspiel der Königsklasse im vergangenen Juni das entscheidende 2:0 gegen Tottenham Hotspur markierte. Der Versuch witzig zu sein, ging dabei völlig in die Hose.

„Völlig inakzeptabel“

Die Klubverantwortlichen Liverpools reagierten umgehend und verurteilten die geschmacklose Montage als „völlig inakzeptabel“. „Das verwendete Bild hält rassistische Stereotype aufrecht“. Zudem ließ der Verein noch vor dem Anpfiff um 21.00 Uhr das obszöne Banner durch die anwesenden Ordner abmontieren.

Außerdem erklärte ein Sprecher, dass der Klub mit den lokalen Behörden in Genk eng zusammenarbeiten wird, um die Täter schnellstmöglich auszuforschen. Sollte sich dabei tatsächlich um Liverpool-Fans handeln, drohen drakonische Strafen. Von einer Geldstrafe bis hin zum Stadionverbot an der Anfield Road. 

Trainer Jürgen Klopp gab im Anschluss der zu verstehen, dass er das Banner nicht gesehen und dem Klub-Statement „nichts hinzuzufügen“ habe. Eine Reaktion des Betroffenen selbst blieb bisher aus. Origi spielte zwischen 2001 und 2010 in der Jungend von Genk, bevor es sich dem OSC Lille anschloss.