Liverpools Siegesserie ist ausgerechnet beim angeschlagenen Erzrivalen Manchester United gerissen. Die Klopp-Elf kam im Old Trafford nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Dabei stand der vermeintliche Unparteiische Martin Atkinson im Fokus.

Den Reds fehlte nur noch ein Sieg, um die Bestmarke von Chelsea aus dem Jahr 2005 (neun Siege) sowie der Siegrekord von Manchester (2017/18 Siege) in der Premier League zu egalisieren. Die Vorzeichen standen eigentlich gar so schlecht, da die „Red Devils“ nur zwei seiner letzten 13 Ligaspiele gewonnen hatte. Der Vorsprung des Tabellenführers auf Titelverteidiger Manchester City beträgt nur noch sechs Punkte.

Jürgen Klopp veränderte gegenüber dem Last-Minute-Sieg gegen Leicester City seine Mannschaft auf drei Positionen: Alisson feierte nach überstandener Wadenverletzung sein Comeback und Divock Origi rückte für Mohamed Salah nach. Dem Ägypter plagen noch immer Schmerzen im Knöchel. Zu guter Letzt musste James Milner für Jordan Henderson und Dejan Lovren für Joel Matip weichen.

Ole Gunnar Solskjær überraschte notgedrungen nicht nur mit einer Dreierkette, sondern auch mit Keeper. David de Gea. Der Spanier tauchte kurzerhand vor dem Mannschaftshotel auf und meldete sich fit.

Und der Plan sollte tatsächlich aufgehen. Während die Hausherren hinten sicher standen und spielten munter nach vorne spielten, waren die Klopp-Mannen rat- und ideenlos. Liverpool leistete sich zu viele Fehler im Aufbauspiel und agierte in der Anfangsphase viel zu hektisch.

VAR sei dank

Doch wie aus dem Nichts kamen die Gäste bei einem Konter durch Roberto Firmino (34.) zu ihrer ersten Möglichkeit, doch der Brasilianer machte viel zu wenig daraus. Praktisch im Gegenzug ging United durch Marcus Rashford in Führung, der eine James-Hereingabe eiskalt verwandelte.

Aber der Führungstreffer hätte niemals zählen dürfen. Zuvor foulte Victor Lindelöf Origi in der eigenen Hälfte und Atkinson ließ weiterlaufen. Das Tor wurde erst nach Einsatz des Videobeweises gegeben. Kurz darauf kam der Videobeweis erneut zum Einsatz – wieder zum Nachteil für Liverpool.

Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Sadio Mané (44.) zählte nicht, weil der Angreifer den Ball zuvor mit der Hand berührt hatte. Reds-Coach schäumte an der Seitenlinie förmlich vor Wut. Trotz eklatanten Fehlentscheidungen war Uniteds Pausenführung nicht unverdient.

Auch nach Seitenwechsel fand Liverpool kein Mittel gegen eine stabile United-Defensive. Der Champions-League-Sieger war praktisch untergetaucht und versprühte keine Gefahr. Es war unumstritten die bis dahin schlechteste Saisonleistung. Auf der Gegenseite hätte Rashford (67.) per Distanzschuss fast auf 2:0 erhöht. Am Ende fehlte rund ein Meter, um Alisson zu überwinden.

Joker Lallana trifft

Klopp musste reagieren und brachte zwischen der 60. und 82. Spielminute gleich drei neue frische Kräfte. Alex Oxlade-Chamberlain, Adam Lallana und Naby Keita verleihten der bis dahin harmlose Offensive wieder etwas Gefahr – und tatsächlich sollte sich die Einwechslungen bezahlt machen. Nach einem Keita-Pass auf die Flügel rutschte eine halbhohe Hereingabe von Andy Robertson bis zum eingewechselten Lallana durch, der nur noch einschieben musste (85.). Für Lallana war es der erste Treffer seit 2,5 Jahren.

Ob Solskjær einen taktischen Fehler beging? Vielleicht. Denn nur Sekunden zuvor nahm er Rashford aus dem Spiel und brachte Anthony Martial. Und es wäre sogar noch schlimmer bekommen, ein Distanzschuss von Oxlade-Chamberlain (92.) verpasste nur wenige Zentimeter den Lucky Punch. Am Ende blieb es beim Remis – mit einem faden Beigeschmack. Einmal mehr war der Schiedsrichter Atkinson im Anschluss der Partie das Hauptthema.

Spielinfos

Tore
1:0 – Rashford (36.)
1:1 – Lallana (85.)

Karten
Fabinho (70./Gelb)

Premier League
9. Spieltag

Schiedsrichter
Martin Atkinson

Austragungsort
Old Trafford

Manchester United
De Gea – Lindelof, Maguire, Rojo – Wan-Bissaka, McTominay, Fred, Young – James, Pereira, Rashford (84. Martial)

Ohne Einsatz: Romero, Jones, Williams, Garner, Mata, Greenwood

Leicester City
Alisson – Alexander-Arnold, Matip, van Dijk, Robertson – Fabinho, Henderson (72. Lallana), Wijnaldum (82. Keita) – Origi (59. Oxlade-Chamberlain), Mané, Firmino

Ohne Einsatz: Adrian, Lovren, Gomez, Milner

Red Fellas – Man of the Match
Adam Lallana

Nächstes Spiel
KRC Genk (A)
Champions League – 3. Spieltag
23. Oktober 2019 – 21.00 Uhr