Liverpool hat sich im Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals mit 4:1 (1:0) bei Porto durchgesetzt und zog mit einem Gesamtscore von 6:1 ins Halbfinale ein. Sadio Mané brachte die Reds einmal mehr auf die Siegerstraße.

In der Runde der letzten Vier trifft Liverpool nun auf den FC Barcelona, die am Dienstagabend im Camp Nou über Manchester United 3:0 (GS 4:0) triumphierten. In einem möglichen Endspiel in Madrider Wanda Metropolitano würden die Klopp-Mannen auf Tottenham Hotspur oder Ajax treffen. 

LFC-Manager Jürgen Klopp nominierte nach dem massiven 2:0-Triumph über Chelsea in der Premier League am vergangenen Sonntag drei neue Feldspieler in seine Startelf.

Im Tor und in der Abwehr blieb mit Alisson Becker, Andy Robertson, Virgil van Dijk und Trent Alexander-Arnold alles beim Alten. Im Gegensatz zum Mittelfeld, wo Jordan Henderson (leicht angeschlagen) und Naby Keita für Gini Wijnaldum und James Milner Platz machten.

Offensiv nominierte der Übungsleiter nicht ganz so überraschend Divock Origi als Linksaußen. Der Belgier bekam jedoch von Mohamed Salah und Sadio Mané tatkräftigte Unterstützung. Roberto Firmino wurde zunächst geschont.

Porto mit Nadelstichen

Das Spiel war 33 Sekunden alt, als die Hausherren das erste Ausrufezeichen setzten: Jesús Corona tankte sich in der Box durch und schlenzte das Leder knapp aber doch über die Latte. Alisson wäre wohl chancenlos gewesen. Liverpool war zu Beginn gefordert und hielt dem Druck physisch dagegen. Sturmtank Marega kam in dieser Phase (7./15.) sogar noch zu zwei weiteren Möglichkeiten.

LiVARpool eiskalt

Nach 25 Minuten kam Liverpool kaum aus der eigenen Hälfte und Porto erinnerte an Ajaxs gestrige Leistung gegen Juventus. Doch das Führungstor machten überrschend die Reds – dank des Videobeweises.

Nach einem missratenen Rechtsschuss von Salah landete die Kugel bei Mané, der am Fünfer nur noch einschieben musste. Doch das Schiedsrichtergespann entschied zunächst auf Abseits, ehe VAR zur Tat Schritt und die Szene überprüfte. Und tatsächlich, Liverpool ging mit dem ersten Schuss in Front. 13:1 Torschüsse, aber es stand 0:1 nach 26. Spielminuten. Das Duell war zu diesem Zeitpunkt praktisch entschieden.

Porto braucht vier Tore

Durch die äußerst schmeichelhafte Führung zog man Porto den Stachel und die Partie beruhigte sich allmählich – auch wenn die Gäste aus dem Nordwesten Englands die Partie noch immer nicht unter Kontrolle hatten. Aber die durchwachsene Leistung – mit Hinblick auf Sonntag – reichte, um eine knappe Führung in die Halbzeitpause mitzunehmen. Indessen benötigte Porto schon ein großes Fußballwunder, um doch noch auf den Halbfinalzug aufzuspringen.

Firmino für Origi

Beide Mannschaften gingen mit einer personellen Veränderung in den zweiten Durchgang. Während Porto-Coach Sérgio Conceição Offensiv mit dem frischen Soares (für Otavio) alles auf eine Karte setzte, beendete Firmino vorzeitig den Arbeitstag des glücklosen Belgiers.

Das Spiel selbst knüpfte nicht mehr an die erste Halbzeit an, da Liverpool kompakter stand und mit einem komfortablen Gesamtvorsprung auf die eine oder andere Konterchance lauerte. Porto selbst, glaubte nach einer Stunde auch nicht mehr an eine Wende.

Deckel drauf – Gomez gibt Comeback

Spätestens nach 65 Minuten war die Partie endgültig gelaufen, weil Mohamed Salah nach einem Querpass von Trent Alexander-Arnold frei vor Iker Casillas auftauchte und mit links ins linke untere Toreck die Aktion abschloss. Der Ägypter erhöhte sein Torkonto in der Königklasse auf fünf Tore.

Doch die schönste Szene des Abends war zweifelsohne die Einwechslung von Joe Gomez (66. Alexander-Arnold). Der englische Nationalspieler schnupperte nach seinem Knöchelbruch erstmals seit Dezember wieder Profiluft.

Auch Firmino und van Dijk treffen

Der zwischenzeitliche Ehrentreffer Portos durch Militao per Kopf (69.) blieb nur eine Randnotiz, da Firmino nur sieben Minuten später wieder den alten Zwei-Tore-Vorsprung herstellte. Erneut zeigt sich – der kurz zuvor eingewechselte – Henderson mit einer gefühlvollen Hereingabe als Vorlagengeber, der Brasilianer musste nur noch den Kopf hinhalten. Casillas war machtlos. 3:1 nach 77. Minuten.

Die Luft war bei Porto raus, aber Liverpool blieb weiterhin effektiv. Nach einer Milner-Ecke verlängerte Mané per Kopf auf van Dijk (84.), der nur noch die Birne hinhalten musste. Am Ende setzte sich der Vorjahresfinalist souverän und verdient durch, auch wenn den das Ergebnis – gemessen am Spielverlauf – zu hoch ausfiel. 

Aber sei’s drum, für Klopp ist es nun das dritte europäische Halbfinale binnen drei Spielzeiten. Die Reds reisen am 30. April oder 1. Mai nach Barcelona, ehe es eine Woche später zum Rückspiel an der Anfield Road kommt. Zwei hochklassige Duelle sind garantiert.

Spielinfos

Tore
0:1 – Mané (26./Salah)
0:2 – Salah (65./Alexander-Arnold)
1:2 – Militao (68./Telles)
1:3 – Firmino (77./Henderson)
1:4 – van Dijk (84./Milner)

Karten
Mané (32./Gelb)
Pepe (36./Gelb)

Champions League
Viertelfinal-Rückspiel

Schiedsrichter
Danny Makkelie (Niederlande)

Austragungsort
Estádio do Dragão

FC Porto

Casillas – Militao, Pepe, Felipe, Telles – Corona (78. Santos), D. Pereira, Herrera, Brahimi (81. Costa) – Otavio (46. Soares) – Marega

Ohne Einsatz: Vana, Maxi, A. Pereira, Fernando

Liverpool FC
Alisson – Alexander-Arnold (66. Gomez), Matip, van Dijk, Robertson (71. Henderson) – Fabinho, Milner, Wijnaldum – Salah, Origi (46. Firmino), Mane

Ohne Einsatz: Mignolet, Keita, Shaqiri, Sturridge

Red Fellas – Man of the Match
Mohamed Salah

Nächstes Spiel
Cardiff City
Premier League – 35. Spieltag
17t. April 2019 – 17.00 Uhr