Seit der bitteren aber verdienten Niederlage in Neapel, ist Liverpool wieder voll auf Kurs. Nach Huddersfield (1:0) und Roter Stern (4:0) in der Champions League am Mittwoch, haben die Reds ihr drittes Spiel in Folge gewinnen können. Cardiff City hatte beim 4:1-Heimsieg nichts entgegenzusetzen. Gleichzeitig übernahm man die alleinige Tabellenführung.

Trotz der Verletzungen von Jordan Henderson und Naby Keita schickte Jürgen Klopp eine starke Truppe auf den Rasen, dabei nahm der Manager drei Änderungen in seiner Startelf vor. Alisson wie immer im Kasten, der seine eine beeindruckende Bilanz ohne Gegentor weiter ausbauen wollte.

In der Abwehr wurden Trent Alexander-Arnold, Dejan Lovren, Kapitän Virgil van Dijk und Alberto Moreno beauftragt, den brasilianischen Schlussmann zu unterstützen. Für Moreno war es der erste Premier-League-Einsatz in der Saison 2018/19.

Im Zentrum agierten erneut Fabinho und Gini Wijnaldum, Adam Lallana schritt erstmals von Beginn an zur Tat. Und im Angriff sollten Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino einmal mehr für den Unterschied sorgen. Joe Gomez, Andy Robertson und Xherdan Shaqiri erhielten eine Pause.

Frühe Führung durch Salah

Die Hausherren gingen es zunächst ruhig an und spielten die Kugel durch die eigenen Reihen, ehe Salah ernst machte und gleich in der Anfangsphase seinen siebten Saisontreffer erzielte. Nach einer Rechtsflanke brach im Strafraum der Gäste pures Chaos aus. Erst scheiterte Mané, dann wurde Wijnaldums Schuss geblockt. Doch das Leder blieb heiß. Der Ägypter roch förmlich seine Chance und stand genau da, wo ein Stürmer seiner Klasse stehen muss – er drosch aus fünf Metern ins Netz. Der Bann war nach 10 Minuten gebrochen – 1:0.

Nur weitere vier Minuten später hatte van Dijk die 2:0-Führung auf dem Kopf. Nach einer Salah-Flanke gewann der niederländische Abwehrhüne das Kopfballduell gegen Souleymane Bamba, traf aber nur den rechten Pfosten (14). Und als hätte Cardiff nicht schon genug um die Ohren, gab es kurz darauf Elfmeteralarm. Erneut stand Salah (16.) im Mittelpunkt, der von hinten umgerissen wurde, aber für den Unparteiischen Stuart Attwell zu theatralisch. Die Pfeife blieb stumm, ein Kontakt war aber zweifellos da.

85 Prozent Ballbesitz für Liverpool

Die Bluebirds kamen überhaupt nicht ins Spiel, geschweigen in die gegnerische Hälfte (0 Torschüsse). Der Dauerdruck der Reds war omnipräsent. Mit dem zwischenzeitlichen Ergebnis war das Team noch Neil Warnock noch gut bedient. Wenn man ein Haar in der Suppe suchen möchte, dann nur, weil die Klopp-Mannen im Abschluss nicht konsequent genug waren. Lallana war Sekunden vor dem Abpfiff kurz davor sich in die Torschützenliste einzutragen, doch seinen Flugkopfball kratzte Sean Morrison von der Linie. So ging es mit einer mageren, aber mehr als nur verdienten 1:0-Führung in die Halbzeitpause.

Die zweite Hälfte begann ungewöhnlich. Cardiff war plötzlich die deutlich aktivere Mannschaft. Nach einer Standardsituation fiel sogar der vermeintliche 1:1-Ausgleichstreffer, doch gleich drei Blaue standen klar und deutlich im Abseits (53.). Klopp reagierte und vollzog den ersten Wechsel der Partie – Shaqiri kam für Lallana (60.).

Mané tankt sich durch

Nach einem Wirwar im gegnerischen Strafraum blieb Mané lästig und die Waliser schlampig. Mehrmals waren Gegenspieler am Ball, doch Liverpool hielt die Kirsche mit Spielglück im Sechzehner. Letztlich setzte sich der Senegalese (66.) durch und haute das Leder trocken mit links halbhoch ins rechte Eck. Die Partei war zu diesem Zeitpunkt eigentlich entschieden. Eigentlich.

Mit dem ersten „Torschuss“ zum Anschlusstreffer

Wie aus dem Nichts gelang Cardiff der Anschlusstreffer. Eine Hereingabe von Hoilett, van Dijk fälschte vor die Füße von Paterson ab, und der Angreifer musste nur noch hinhalten. Alisson war geschlagen und musste erst seinen vierten Saisontreffer hinnehmen. Nach 15 Stunden und 18 Minuten fiel an der Anfield Road wieder ein Treffer für den Gegner. Nur noch 2:1 (77.).

In der Schlussphase drehte Liverpool aber nochmal auf und erzielte durch Shaqiri und Mané binnen drei Minuten das 3:1 (84.) und 4:1 (87.) Für den Schweizer war ers der erste Treffer vor heimischer Kulisse. Und auch Mané feierte mit seinem 50. Premier-League-Tor ein Jubiläum. Die Messe war endgültig gelesen.

Letzlich pfiff Schiedsrichter Attwell das 33. Aufeinandertreffen mit drei Minuten Nachspielzeit ab. Da die Konkurrenz erst am Sonntag ins Spielgeschehen eingreift und Manchester City erst am Montagabend im Wembley bei Tottenham gastiert, waren neuerliche drei Punkte Goldwert. Tabellenführung erobert und Druck aufgebaut. Well done.

Spielinfos

Tore
1:0 – Salah (10.)
2:0 – Manè (66.)
2:1 – Patterson (77.)
3:1 – Shaqiri (84.)
4:1 – Mané (87.)

Karten
Fehlanzeige

Premier League
10. Spieltag

Schiedsrichter
Stuart Attwell

Austragungsort
Anfield

Liverpool FC
Alisson – Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk, Robertson; – Fabinho, Wijnaldum, Lallana (60. Shaqiri) – Salah, Mané, Firmino (70. Milner)

Ohne Einsatz: Mignolet, Matip, Gomez, Robertson, Sturridge

Cardiff City
Etheridge – Equele Manga, Morrison, Bamba, Bennett – Hoilett, Camarasa, Gunnarsson (73. Damour), Murphy (74. Harris) – Reid (83. Zohore) – Paterson

Ohne Einsatz: Smithies, Connolly, Cunningham, Madine

Red Fellas – Man of the Match
Mohamed Salah

Nächstes Spiel
Arsenal (A)
Premier League – 11. Spieltag
3. Novemver – 18.30 Uhr