Nach einigen Holpersteinen im Saisonfinish hat sich Liverpool letztlich doch noch für die Champions League 2018/19 qualifiziert. Ganz ohne Drama und mit viel Kitsch.

Die Reds gewannen das „Endspiel“ an der heimischen Anfield Road gegen Brighton mit 2:0. Tore von Salah, Lovren, Solanke und Robertson erlösten die weltweite große Fangemeinde. Beinnahe hätte man sich auch an Tottenham vorbeigeschoben, doch Leicester konnte eine zwischenzeitliche 3:1-Führung nicht halten.

Mit zwei Punkten Vorsprung auf Chelsea, schickte Jürgen Klopp nach einer Woche Spielpause und mit der vorhandenen Frische in den Beinen die stärkste Formation auf den Platz. Dabei gab es auf der Torhüterposition keine Überraschung: Auch am letzten Spieltag erhielt Loris Karius den Vorzug vor Simon Mingolet.

Die Abwehr bildete wie auch schon in den Wochen zuvor Allzweckwaffe Andrew Robertson, Virgil van Dijk, Dejan Lovren und Trent Alexander-Arnold.

Im Zentrum mussten die Reds nach den Ausfällen von Emre Can und Alex Oxlade-Chamberlain nun auch ohne James Milner auskommen. Laut Klopp soll es sich um eine kleine Verletzung handeln, die allerdings ernst genug sei, um kein Risiko einzugehen. Der Routinier konnte die ganze Woche nicht trainieren. Für ihn sprang Roberto Firmino ein. Jordan Henderson und Gini Wijnaldum sollten das Mittelfeld absichern.

Im Angriff setzte das Trainerteam ohne Zeljko Buvac auf Dominic Solanke. Für den torlosen Mittelstürmer der fünfte Start in der laufenden Saison. Mohamed Salah und Sadio Mané rundeten die auf dem Papier stehende 4-3-3 Formation ab.

Brighton-Manager Chris Hughton überraschte mit einer etwas ungewöhnlichen 4-5-1-Startaufstellung – dabei verzichtete er zunächst auf Pascal Gross und Torjäger Glenn Murray.

Druckvoller Beginn

Die Hausherren sorgten durch Mané (1.), Firmino (5.), Solanke (7.) und nach einer Hereingabe von Alexander-Arnold (8). für die ersten Nadelstiche im gegnerischen Strafraum. Die Gäste wurden samt der zweiten Verteidigungskette fast in den eigenen Sechzehner gedrückt

Liverpool konnte nach 15 Minuten über 73 Prozent Ballbesitz vermelden, doch das Eröffnungstor fehlte immer noch. Nur wenige Augenblicke später wurde den Reds einmal mehr ein Elfmeter verwehrt. Duffy brachte Salah zu Fall (18.), doch der Pfiff blieb aus.

Als wäre der Elfer-Frust nicht schon groß genug, zeigte sie Mané nur eine Minute später wieder von seiner egoistischen Seite. Anstatt im Konterangriff auf den freistehenden Firmino querzulegen, versuchte es der Senegalese mit einem zentralen Flachschuss – Keeper Ryan klärte souverän.

Mit viel Wut ihm Bauch zur Führung

In der 26. Spielminute sollte es zu einem historischen Moment kommen. Salah erzielte seinen 32. Saisontreffer. Noch nie zuvor gelang einem Akteur diese Anzahl an Toren. Aus halblinker Position steckte Solanke auf den Ägypter durch. Dieser nahm am Elfmeterpunkt die Kugel dankend an und ballerte sein Team mit einem Flachschuss ins untere rechte Ecke zur 1:0 Führung.

Chancen im Minutentakt

Liverpool hatte daraufhin die Möglichkeit die Führung weiter auszubauen. Zunächst spielte Mané einen schlampigen Querpass auf Salah, dieser hätte nur noch einschieben müssen. Ryan kam gerade noch so ans Leder, konnte den Ball aber nicht festhalten. Dadurch kam Salah nochmal ans Spielgerät, doch Duffy konnte auf der Linie noch in höchster Not retten.

Wieder agierte Liverpools Nummer 19 unglücklich, diesmal beim Abspiel. Firmino hatte ebenfalls einen Treffer auf dem Fuß, doch sein Weitschuss ging über die Latte. Wenn meine Teamkollegen nicht wollen, muss ich eben ran, dachte sich Dejan Lovren.

Nach einer Robertson-Flanke in die Box, steigt der Kroate in Höhe des zweiten Pfostens in die Luft und köpfelte den Ball wuchtig ins Netz. 2:0 (40.). Zu diesem Zeitpunkt war die Partie bereits entschieden; zumal Chelsea in Newcastle 1:0 hintenlag. Darüber hinaus verweilte man dank Leicester City auf Tabellenplatz drei. Mit einer komfortablen Führung ging es in die Halbzeitpause.

Im zweiten Durchgang ging es in dieser Tonart weiter. Erst scheiterte Firmino (50.) aus der Distanz. Dann kommt nach einem Gestocher van Dijk an der Ball. Doch sein Schuss ging auf den Schlussmann.

Solanke trifft endlich

Nach einem neuerlichen Konter hat Salah viel Platz und zog in die Mitte, dabei legte er auf den mitgelaufenen Solanke ab. Der 20-Jährige zeigte sich kompromisslos und hämmerte den Ball ins Kreuzeck. 3:0 nach 53. Minuten. Rechnet man alle Minuten zusammen, hat Solanke über 11 Stunden für sein Debüt-Tor benötigt.

Selten war ein Spiel an der Merseyside so einseitig wie das gegen die „Seagulls“. Die Gäste hatten nichts entgegenzusetzen, aber rein gar nichts. Dies führte auch dazu, dass die Gastgeber drei Gänge zurückschalteten. Klopp nahm daraufhin Mané aus dem Spiel und brachte Lallana (74.). Der englische Nationalspieler feierte sein zweites Comeback.

Das Spiel plätscherte in der Schlussphase logischerweise vor sich hin, ehe sich auch Allzweckwaffe Robertson in die Torschützenliste eintrug. Durch einen souveränen 4:0-Heimsieg und Tabellenplatz vier (75 Punkte) spielen die Reds auch in der kommenden Saison wieder im Konzert der Großen mit. Chelsea verlor übrigens in Newcastle am Ende mit 3:0.

Spielinfos

Tore
1:0 – Salah (26./Solanke)
2:0 – Lovren (40./Robertson)
3:0 – Solanke (53./Salah)
4:0 – Robertson (85.)

Karten
Fehlanzeige

Premier League
38. Spieltag

Schiedsrichter
Kevin Friend

Austragungsort
Anfield

Liverpool FC
Karius – Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk, Robertson – Wijnaldum, Henderson – Mané (74. Lallana)  – Salah (84. Woodburn), Firmino (84. Ings), Solanke

Ohne Einsatz: Mignolet, Clyne, Klavan, Moreno

Brighton & Hove Albion
Ryan – Bong, Dunk, Duffy (71. Goldson), Schelotto – Kayal (57. Gross), Stephens, Propper, March, Knockaert – Locadia (57. Murray)

Ohne Einsatz: Krul, Bruno, Suttner, Ulloa

Red Fellas – Man of the Match
Mohamed Salah

Nächstes Spiel
Real Madrid (Kiew)
Champions Leage – Finale
26. Mai – 20:45 Uhr