Der Traum vom sechsten Champions-League-Titel lebt. Liverpool steht erstmals seit 2007 wieder im Finale der Königsklasse. 

Nach dem 5:2-Erfolg im Hinspiel des Champions-League-Halbfinals, veloren die „Might Reds“ das Rückspiel gegen die AS Roma 4:2. Dennoch fährt man mit einem Gesamtscore von 7:6 in die ukrainische Hauptstadt Kiew, wo Real Madrid als zweiter Finalist wartet.

Jürgen Klopp schickte im Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Roma im Stadio Olimpico die stärkste Formation auf den Rasen. Nachdem 0:0 gegen Stoke City nahm das Trainerteam in Abwesehnheit von Co-Trainer Zeljko Buvac gleich fünf Änderungen vor.

Im Tor wie immer Loris Karius. Der Ex-Mainer musste in seinen letzten 30. Einsätzen insgesamt 16 Mal hinter sich greifen. Joe Gomez trat wegen einer Knöchelverletzung die Reise nach Rom erst gar nicht an, seine Position übernahm Trent Alexander-Arnold. Für Andrew Robertson musste auf der rechten Abwehrseite Alberto Moreno weichen. In der Innenverteidigung gab es mit Boss Virgil van Dijk und Dejan Lovren keine Überraschung.

Angesichts des Personalmangels im Zentrum, bildeten Jordan Henderson, Georginio Wijnaldum und James Milner abermals das ein eingeschworenens Trio. Im Angriff wie immer Mohamed Salah, Roberto Firmino und Sadio Manè, who else?

Die Anfangsphase gehört klar den Italienern. Roma wollte und drückte, wie schon gegen Barcelona. So versuchte man mit langen Bällen Dzeko in Szene zu setzen. Jedoch fand der baumlange Bosnier keine Abnehmer (6.) im Strafraum.

Liverpool eiskalt

Nach einem bösen Fehlpass Radja Nainggolan im Zentrum, schickte der Belgier Firmino auf die Reise. Der Brasilianer hatte anschließend im Strafraum das Auge für Mané, der in der Box völlig cool blieb und das Leder unhaltbar an Kepper Alisson vorbeischob: 0:1 (9.). Ein Auftakt nach Maß. Für Liverpools war es bereits der 17 Scorerpunkt, Welfußballer Cristiano Ronaldo hält bei 18.

Roma im Glück

Die Hausherren mussten sich erstmal schütteln und antworteten nur fünf Minuten später mit einem kuriosen Ausgleichtreffer. Stephan El Shaarawy köpfte eine Flanke von rechts an den Fünfer, wo Lovren klären wollte und dabei seinen Mitspieler Milner (15.) die Kugel voll an den Kopf hämmerte. Von dort flog das Ding am verdutzten Loris Karius vorbei ins Netz. FIFA like. Das Olimpico bebte. Die Tifosi benötigten zu diesem Zeitpunkt noch weitere drei Tore.

Offener Schlagabtausch

Nach 20 Minuten dürften Fans auf ihre Kosten gekommen sein. Die Partie hielt alles, was man sich im Vorfeld versprochen hat. Und genau in dieser Drangphase netzen die Gäste erneut.

Nach einer Ecke bringen die Gastgeber die Kugel nicht aus der Gefahrenzone, Gini Wijnaldum stand plötzlich mutterseelenallein am Fünfer und köpfelte sein Team nur neuerlichen Führung (26.). Alisson agierte nur halbherzig, als beim herauskommen daneben grief.

Die Reds standen mittlerweile etwas sicherer und Römer mussten sich nach einem erneuten Rückstand sortieren. Zehn Minuten vor der Halbzeit dann wieder die Römer mit einer Ausgleichsmöglichkeit, doch der Pfosten rettete die Klopp-Elf. Erneut sorgte El Shaarawy für Gefahr. Der Halbägypter (35.) zog von links nach innen und versuche aus rund 20 Metern sein Glück.

Unglücksrabe Milner fälschte die den Ball noch entscheidend ab – Karius wäre chancenlos gewesen. Dejan Lovren verteidigte bis zu diesem Zeitpunkt auf Kreisliga-Niveau. Mit einer durchaus verdienten 2:1-Führung ging es für Liverpool in die Halbzeitpause. Der Roma fehlte vor allem an Kreativät im Mittelfeld, dass Duo Dzeko/Kolarov war im ersten Durchgang einfach zur wenig.

Die Associazione Sportiva wird offensiver

Die „Giallorossi“ begriff offensichtlich den Ernst der Lage und kam voller Elan aus der Pause. Dabei hatte Dzeko gleich zwei Chancen (49./52.), letztere nutzte er eiskalt. 

Trent Alexander-Arnold ließ sich wie schon in der Vergangenheit auf dem Flügel vernaschen – in diesem Fall gegen El Shaarawy. Der Angreifer zog nach innen und zog mit rechts ab, Karius konnte zunächst noch retten, doch die Kugel landete vor die Füße von Dzeko. Dieser vollendete mit einem halbhohen Rechtsschuss. Der 2:2-Ausgleich in der „Ewigen Stadt“.

Die Partie verlor in den letzten 25 Minuten zwar an Tempo, aber nicht an Dramatik. Nainggolan (86.) fasste sich aus 20 Metern ein Herz, zog ab und traf perfekt per Innenstange ins Tor. Er Strahl der unhaltbar für Karius war – 3:2. Doch an ein weiteres „Wunder von Rom“ glaubte niemand mehr. Der anschließend durch Nainggolan verwandelte Elfmeter (92.) änderte auch nichts mehr daran. Liverpool velor erstmals ein Spiel in der Königsklasse, doch das Finale war ihnen nicht mehr zu nehmen. Die Reds treffen am 26. Mai in Kiew als noch ungeschlagenes Team auf die Madrilenen. ALLEZ, ALLEZ, ALLEZ …

Spielinfos

Tore
0:1 – Salah (9./Firmino)
1:1 – Milner (15./Eigentor)
1:2 – Wijnaldum (26.)
2:2 – Dzeko (52./El Shaarawy)
3:2 – Nainggolan (86./Kolarov)
4:2 – Nainggolan (92+2./Elfmeter)

Karten
Lovren (44./Gelb)
Florenzi (76./Gelb)
Manolas (84./Gelb)
Robertson (84./Gelb)
Solanke (90./Gelb)

UEFA Champions League
Halbfinal-Rückspiel

Schiedsrichter
Damir Skomina (Slowenien)

Austragungsort
Stadio Olimpico (61.889)

AS Roma
Alisson – Florenzi, Manolas, Fazio, Kolarov – Pellegrini (53. Ünder), De Rossi (69. Gonalons), Nainggolan – Schick, Dzeko, El Shaarawy (75. Antonucci)

Ohne Einsatz: Skorupski, Peres, Jesus, Gerson

Liverpool FC
Karius – Alexander-Arnold, Lovren, van Dijk, Robertson – Henderson, Wijnaldum, Milner – Salah, Mané (83. Klavan), Firmino

Ohne Einsatz: Mignolet, Clyne, Moreno, Woodburn, Ings, Solanke

Red Fellas – Man of the Match
Sadio Mané

Nächstes Spiel
Chelsea FC (A)
Premier League – 37. Spieltag
6. Mai – 17:30 Uhr