Während der 2:1-Auswärtsniederlage im FA Cup, soll Evertons Mason Holgate von Roberto Firmino rassistisch beleidigt worden sein. Der englische Fußballverband FA wird den Fall nun untersuchen.

Was war passiert? Kurz vor dem Halbzeitpiff, kam es in der Hälfte Evertons zu einem fahrlässigen Foul von Holgate. Beide Protagonisten gingen in einen Zweikampf, wobei der 21-Jährige als letzter am Ball war. Firmino deckte mit dem Körper ab und der Ball ging ins aus.

Für den Toffee-Youngster Grund genug, Firmino über die Bande in die Zuschauermenge zu stoßen und eine Verletzung in Kauf zu nehmen. Wutentbrannt lief der Brasilianer auf den Engländer zu, der Schiedsrichter konnte die Streithähne nur mit Mühe trennen.

Während des Wortgefechts ging Holgate den Referee nahezu körperlich an, und ließ mitteilen, dass er das Wort „N****“ gehört hätte. TV-Aufnahmen deuten jedoch darauf hin, dass sich Holgate irrt. Liest man Firminos Lippen ab, erkennt man die portugiesischen Wörter wie „louco/verrückt“ und „filho da puta/Hurensohn“. Der Unparteiische stand direkt zwischen beiden Kontrahenten.

Der Vorfall wurde offensichtlich zwischen Bobby Madley und dem vierten Offiziellen Jon Moss im Anschluss besprochen. Nach dem Spiel sprach Hulgate auch mit Fußballdirektor Steve Walsh. Letzterer wurde im Tunnel im Gespräch mit Evertons Medien-Team gesehen. Die Angelegenheit wird nun in die Hände der FA gelegt.

Madley wird voraussichtlich in seinem Spielbericht auf die Kontroverse verweisen und für alle Fragen zur Verfügung stehen. Das Foulspiel wurde übrigens nicht gehandet.

Ein Sprecher Liverpools, bestätigte ebenfalls die volle Kooperation mit dem Verband: „Der Klub und der Spieler werden mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten, um die notwendigen Fakten auf eine gründliche Art und Weise zu ermitteltn. Während der Emittlungen, werden wir keine weiteren Kommentare abgeben.“

Everton-Manager Sam Allardyce wurde nach dem Schlusspfiff über den angeblichen rassistischen Kommentar befragt: „Selbst wenn er es getan hätte oder auch nicht, würde ich es niemandem in der Pressekonferenz erzählen“, so der Ex-Nationaltrainer Englands. „Ich bin hier, um über Fußball zu reden, nicht über kontroverse Vorfälle. Ich will nur über Fußball reden. Alles andere, wird von den zustädingen Stellen behandelt“, fügte er hinzu.

Firmino selbst, wurde unmittelbar nach dem Spiel nicht um eine Stellungnahme gebeten. Er ist jedoch bereit, der FA eine Erklärung abzugeben, sollte eine Anfrage gestellt werden.

So wie Trainerkollege Allardyce, wollte sich auch Jürgen Klopp nicht auf das Thema einlassen. „Ich habe nur davon gehört, aber ich kann dazu nichts sagen. Ich habe bisher mit niemandem gesprochen“, sagte er. „Ich habe die ganze Situation generell falsch eingeschätzt. Ich dachte, es ging um das Holgate-Foul.“

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„Am Ende gab es kein Foulpfiff, keine Gelbe Karte, nichts. Ich habe es nicht verstanden, um ehrlich zu sein – gab es überhaupt einen Einwurf? Ich habe die ganze Situation nach dem Spiel nicht verstanden. Ich habe Informationen darüber, dass etwas passiert ist, aber ich kann dazu nichts sagen.“

Kurz nach dem Schlusspfiff löschte Holgate seinen Twitter-Account. Der Fall könnte nun den Einzug in die 4. Runde und van Dijks  Debüt überschatten. Der 85-Millionen-Rekordmann erzielte sechs Minuten vor Spielende per Kopf den Siegestreffer. Dabei hätte der Ex-Saint gar nicht in der Startelf stehen sollen, wie Klopp in der Pressekonferenz zugab: „Ehrlich, ich habe wirklich nicht mit ihm in der Startelf geplant, aber in der Früh hatte ich meine Meinung geändert“, so der 50-Jährige.

2011 gab es zwischen Luis Suárez und Uniteds Patric Evra bereits eine Rassimus-Affäre. Nach einer siebentägigen Anhörung, bei der unter anderem Suárez und Evra zu Wort gekommen waren, wurde der Uruguayer letztlich für acht Spiele gesperrt und zur eine Geldstrafe von umgerechnet 47.000 Euro verdonnert.